besinnen und aufmerken

Hugo Kükelhaus - "Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne"

Folgender Gedanke gilt als Kern und Ausgangspunkt der praktischen Arbeit des Handwerkers, Denkers und Mahners Hugo Kükelhaus. Eine Umwelt, die der Entwicklung des Menschen förderlich sei, sei eine Umwelt, die vielfältige und wohldosierte Reize gewährleiste. Eine Vielgestaltigkeit der Umwelt sei Lebensbedingung ungeachtet der Frage, ob diese Reizwelt von physischen oder sozialen Faktoren aufgebaut ist.

 

Hugo Kükelhaus sah die Entwicklung des Menschen gefährdet durch eine lebensfeindliche Gestaltung der Lebens- und Arbeitsbedingungen des Menschen und mahnte leidenschaftlich, dass der Mensch sich seine Lebensgrundlage nicht selbst entziehen solle.

 

Eine seiner weiteren Theorien, die er als Grenzgänger zwischen Natur- und Geisteswissenschaft vertrat, war, dass Leben nicht durch den erlernten Gebrauch der Organe zu konsumieren sei. Es entfalte sich erst in der Funktion der Organe, im Fühlen, Hören, Sehen und in weiteren Sinnestätigkeiten.

 

Um seine Theorien auch greifbar werden zu lassen entwickelte er die Wanderausstellung "Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne". Sie sollte die von ihm aufgezeigten Defizite bewusst machen und für ein umdenken sensibilisieren. Zwischen 1967 und 1984 dokumentierte sie sehr eindrucksvoll und mit grosser Resonanz seinen ganzheitlichen Ansatz der Leib- und Sinneswahrnehmung im Bildungsprozess.

Bis zum heutigen Tag wirken seine Impulse und sieht man seine Spielgerätevorschläge im Landschaftsbau, in sozialen und pflegerischen Einrichtungen, möglicherweise in der Klangtherapie, in den vielen Phänomenta Ausstellungen und Erfahrungsfeldern, in Einkaufszentren und Strandpromenaden zwischen Sylt und Mittenwald, zwischen Saarbrücken und Dresden.